Ding


Ding
Ding:
Das heute im Sinne von »Gegenstand, Sache« verwendete Wort stammt aus der germ. Rechtssprache und bezeichnete ursprünglich das Gericht, die Versammlung der freien Männer; vgl. hierzu das Kapitel zur Sprachgeschichte Der germanische Erbwortschatz.
Als »Gericht« galt ahd. thing, ding, mhd., mnd. dinc bis zum Ausgang des Mittelalters. In schwed. ting »Gericht«, norweg. storting, dän. folketing »Parlament« und der historisierenden nhd. Form »Thing« lebt die alte Bedeutung bis heute fort.
Jedoch zeigte sich im Dt. von Anfang an wie bei engl. thing und schwed. ting die Bedeutung »Sache, Gegenstand« (eigentlich »Rechtssache, Rechtshandlung«, beachte die ähnliche Entwicklung von Sache und frz. chose). Germ. *Þinga-z »Volksversammlung«, das auch in Dienstag enthalten ist, gehört wahrscheinlich zu der unter dehnen behandelten idg. Wurzel *ten- »dehnen, ziehen, spannen«, und zwar entweder im Sinne von »Zusammenziehung (von Menschen), Zusammenkunft, Versammlung« oder aber im Sinne von »Flechtwerk, Hürde, eingefriedeter Platz (für Volksversammlungen)«, was auf einem Bedeutungsübergang von »dehnen, ziehen, spannen« zu »winden, flechten« beruhen würde. Der alte rechtliche Sinn von »Ding« erscheint teilweise noch in den Wortgruppen um »dingen« (s. u.) und verteidigen, der heutige in Bildungen wie allerdings ( all) und den jüngeren »neuer-, schlechter-, platterdings«. Ugs. bezeichnet »Ding« (Plural »Dinger«) unbedeutende oder geringe Sachen, auch Kinder und junge Mädchen. – Abl.: dingen (s. d.); dinglich »gegenständlich; das Recht an Sachen betreffend« (mhd. dingelīch, ahd. dinglīh »dem Gericht zugehörig«); Dings ugs. für »unbestimmter oder unbekannter Mensch, Ort oder Gegenstand« (im 16. Jh. aus dem partitiven Genitiv in Wendungen wie ein stück dings, mhd. vil dinges verselbstständigt), vgl. dazu die gleichbedeutenden ugs. Ausdrücke Dingsbums (19. Jh.) und Dingsda (19. Jh.). Zus.: dingfest (die Wendung »dingfest machen« »verhaften« ist erst im 19. Jh. belegt, gehört aber zu Ding »Gericht« wie das veraltete Gegenwort »dingflüchtig«, mhd. dincfluhtic »wer sich dem Gericht entzieht«).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • ding — ding …   Dictionnaire des rimes

  • Ding — steht für: etwas Unspezifiziertes, siehe Sache, Gegenstand eine Gerichtsversammlung freier Männer nach dem alten germanischen Recht (antiquiert), siehe Thing einen chinesischen Kultgegenstand, siehe Ding (Gefäß) einen philosophischen Begriff von… …   Deutsch Wikipedia

  • Ding — may refer to: Ding (vessel), a type of ancient Chinese vessel with three legs Ding (surname), a Chinese surname (and list of people with the name) (ding) or Gnus, a news reader Ding, a webcomic by Scott Kurtz Ding , a song by Seeed <ding>,… …   Wikipedia

  • Ding Yi — Traditional Chinese 丁儀 Simplified Chinese 丁仪 Transcriptions …   Wikipedia

  • ding — [ diŋ ] interj. • XVIe din, dint; onomat. ♦ Onomatopée évoquant un tintement, un coup de sonnette. ⇒ drelin, dring. Ding, ding, dong ! [ diŋ dɛ̃g dɔ̃(g) ],onomatopée évoquant la sonnerie d un carillon. ding [diŋ] interj. ÉTYM. XVIe, din, dint;… …   Encyclopédie Universelle

  • Ding — (d[i^]ng), v. t. [imp. & p. p. {Dinged}, {Dang} (Obs.), or {Dung} (Obs.); p. pr. & vb. n. {Dinging}.] [OE. dingen, dengen; akin to AS. dencgan to knock, Icel. dengja to beat, hammer, Sw. d[ a]nga, G. dengeln.] 1. To dash; to throw violently. [Obs …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Ding — Sn std. (8. Jh.), mhd. dinc, ahd. ding, thin(g), as. thing Stammwort. Läßt sich zunächst auf g. * þenga n. Übereinkommen, Versammlung, Thing , auch in anord. þing, ae. þing, afr. thing, zurückführen. Für die heutige Bedeutung ist von einer… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • ding — lydord; ding dang; ding dong …   Dansk ordbog

  • Ding Yi — (* 14. Januar 1959) ist ein in China geborener österreichischer Tischtennisspieler. Seit den 1990er Jahren gehört er zu den Spitzenspielern in Österreich. Inhaltsverzeichnis 1 Karriere in Österreich 2 Zeit in Deutschland 3 Privat …   Deutsch Wikipedia

  • ding — 1819, to sound as metal when struck, possibly abstracted from ding dong, of imitative origin. The verb meaning to deal heavy blows is c.1300, probably from O.N. dengja to hammer, perhaps imitative. Meaning dent is 1960s. Dinger something… …   Etymology dictionary


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